Rathausentscheidung auf solide Grundlage stellen

 

Antrag

Um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Bau eines zentralen Rathauses oder die Beibehaltung der dezentralen Rathausstruktur zu erhalten, beschließt der Rat der Stadt Königswinter

 

  1. Vor einer Entscheidungsfindung erfolgt eine zielorientierte Analyse der technischen und organisatorischen Anforderungen an eine zukunftsorientierte Verwaltungsarbeit. Diese Analyse erfolgt durch unabhängige Dienstleister und unabhängig von der Standortbetrachtung.
  2. Die Analyse beinhaltet die organisatorischen Abläufe und die Gestaltung der unterschiedlichen Arbeitsprozesse und Arbeitsweisen sowie die potentiellen zukünftigen Anforderungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an ihr Arbeitsumfeld. Bei der Erstellung der entsprechenden Tätigkeits- und Anforderungsprofile werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend beteiligt. 
  3. Auf der Basis dieser externen Analyse wird ein Anforderungsprofil für das Raum- und Arbeitsumgebungskonzept eines zukünftigen Rathauses erstellt.
  4. Die Umsetzung dieses Anforderungsprofils wird mit ihren dafür notwendigen Aufwendungen vergleichend für die Variante Neubau eines zentralen Rathauses und Beibehaltung der Variante Rathaus mit drei Verwaltungsstandorten erstellt.
  5. Die entsprechenden Haushaltsmittel (PG 0114 / KT 542990 /hier „Machbarkeitsstudie Zentrales Rathaus“) werden für die Bewirtschaftung im Sinne des Antrags zur Verfügung gestellt. Eventuell zusätzlich notwendige Mittel für die externe Begleitung dieses Prozesses werden in den Haushalt 2019 eingestellt. 

 

Begründung:

 

Die Verwaltung hat in der 20. Sitzung des Rates am 18.12.2017 die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung zum Projekt „Zentrales Verwaltungsgebäude“ vorgestellt. Ermittelt wurden die zukünftigen Kosten bei weiterer Nutzung der vorhandenen drei Standorte und die Kosten eines neu zu errichtenden zentralen Verwaltungsgebäudes. Die beiden Alternativen wurden mit ihren zukünftigen Ertrags- und Aufwandspositionen mittels der Barwertmethode miteinander verglichen.

 

Die Barwerte der beiden Alternativen lagen bei einem Betrachtungszeitraum von 30 Jahren bei einem fast identischen Wert. Bei der Betrachtung des Restbuchwertes hat die Neubauvariante naturgemäß einen erheblichen Vorteil.

 

Auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Argumente für beide Varianten.

 

Allerdings haben alle bisherigen Betrachtungen einen entscheidenden Makel: Es fehlt der Blick in die Zukunft. Wie soll das Königswinterer Rathaus der Zukunft aussehen? Wie soll das Arbeitsumfeld der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestaltet werden? Wie werden zukünftig die Arbeitsprozesse aussehen, wie werden sie gesteuert? Wie kann der Service für die Bürgerinnen und Bürger entscheidend verbessert werden? Wie wirkt sich ein Neubau auf die Wegebeziehungen der Bürger zu den verschiedenen Ämtern aus? Wie wird der digitale technische Fortschritt realisiert?

Die Beantwortung dieser und vieler zusätzlicher Fragen ist grundlegend für das Anforderungsprofil einer Verwaltung der Zukunft – sowohl aus der Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch aus der Perspektive der Bürgerinnen und Bürger mit ihren unterschiedlichen Anforderungen an die städtischen Dienstleistungen.

Egal ob die Stadt ein neues Rathaus baut oder die dringend erforderlichen Erhaltungsaufwendungen für die Altstandorte realisiert werden: Der finanzielle Aufwand ist erheblich.

 

Deshalb müssen diese Investitionen dafür eingesetzt werden, ein modernes Rathaus (mit einem oder mehreren Standorten) für eine zukunftsorientierte Verwaltung und Bürgerschaft zu schaffen. Die Anforderungen dafür müssen im Vorfeld in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik erarbeitet und diskutiert werden um auf dieser Basis die Frage zu klären, welche der beiden Alternativen unter welchen Voraussetzungen diese Anforderungen am besten erfüllen können. Die Entwicklung eines zukunftsorientierten Arbeitsumgebungskonzeptes sollte zwingend in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern erfolgen. 

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